Mit dem Twinler an die Spitze

Guido Skorsetz

Auch in diesem Jahr verbrachte ich das erste Maiwochenende auf der schönen dänischen Insel Als. Die Einladung des lokalen Angelvereins hatte ich lange schon erhalten und nahm nun erneut mit Spannung an dem Hechtangel-Cup teil, der jedes Jahr nach Ende der Raubfischschonzeit abgehalten wird. Zeitgleich ist dieser Cup für mich immer der Auftakt meiner eigenen Hechtsaison in Dänemark. 
Nachdem ich am Freitagabend einen ausführlichen Rundgang um den See unternommen hatte, machte ich es mir anschließend in meinem Auto bequem. Hier wollte ich die Nacht verbringen. Wildbahn ist viel aufregender als langweilige vier Wände in einem Hotel. Da wusste ich allerdings noch nicht, dass es empfindlich kalt werden würde… Zum Glück hatte ich einen warmen Schlafsack dabei. 
Das Wetter an diesem Samstagmorgen war ziemlich bescheiden, von Sonne über Regen bis hin zu Sturm war alles mit im Gepäck. Für mich ging es dann sehr früh ans Gewässer. Von einem ausgeguckten Platz am See versprach ich mir viel. Hier könnten Hechte ihr Stelldichein geben. An dieser Stelle bekam ich dann auch tatsächlich meinen ersten Kontakt und konnte somit den Premierenhecht für mich verbuchen. Dann sah ich, dass mein Angelfreund Knut ebenfalls einen Räuber an seiner Schnur hatte. Danach merkte ich aber, dass sich an diesem Platz wohl kein spontaner Besuch mehr ankündigen würde. 
Ab die Post – alles ins Auto und auf zu einem neuen Angelplatz der Hoffnung. Dort angekommen, wählte ich einen meiner bewährten Raubfischköder aus, nahm meine neue Hechtrute, die Quantum Smoke S3 mit 2,70 Meter Länge und 75 Gramm Wurfgewicht, und wartete auf meine Herzdame. Ich dachte noch so bei mir: Auf ins Gefecht mit dem Hecht, als es urplötzlich ruckte! Ich ahnte, dass ich hier einen guten Räuber ausdrillen musste. Ich sollte Recht behalten. Zügig machte ein netter dänischer Angelkollege die erforderlichen Fotos und die Dame huschte wieder zurück in ihr Element. 
Es sollte nicht bei dieser einen Herzdame bleiben. Kurze Zeit später der nächste gute Erfolg. Wieder war der Kollege schnell vor Ort und es folgte auch für dieses Exemplar ein Fotoshooting. Ich konnte allerdings auch sehen, wie ein anderer Angelkollege gleichfalls einen guten Fisch landen konnte. Er erschien mir sogar größer zu sein als meine beiden. Hm! 

Jetzt also volles Risiko eingehen. Ich machte mich auf den Weg zu einem Platz, am dem ich eigentlich noch nie so richtig gefischt hatte. Warum weiß ich nicht, aber warum eigentlich keine verrückte Platzwahl riskieren? Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass der besagte Angelkollege ein Exemplar mit 1,03 Meter Länge gelandet hatte. Damit hatte er die Metermarke geknackt und die Nase in dem Moment vorn. Dieses Wissen hielt mich jedoch nicht davon ab, weiter zu kämpfen, auch wenn es beim vollen Einsatz sogar mein Handy gekostet hat. 
Wie jetzt noch den großen Wurf landen? Im Vorfeld hatte ich von meinen Teamkollegen gehört, dass ein gewisser Köder oftmals schon große Fische verführt hatte und genau den brauchte ich. Der Twinler von Quantum macht süchtig, berichtete man mir. Hoffentlich auch heute. Dann ging alles ganz schnell: Der Biss kam brachial und stürmisch. Die Dame machte es mir nicht gerade einfach und kam sofort nach dem Biss aus dem Wasser, um sich zu zeigen. Purer Nervenkitzel! Die Zeit war fast um, noch so eine Chance würde es für mich nicht geben, dass stand fest. 
Nach einer beherzten Handlandung lag ein 1,06 Meter langes Hechtweibchen auf der Messlatte und ich wusste, das war buchstäblich in letzter Minute die einzig richtige Entscheidung, die ich an diesem Tag treffen konnte. Dann hieß es abwarten, ob noch ein anderer Teilnehmer einen größeren Fisch vorlegen konnte. 
Der erste Vorsitzende des örtlichen Vereins, Jesper, ergriff dann das Wort zur Siegerehrung. Als ich dann gleich zweimal auf das Podium gebeten wurde, war ich völlig aus dem Häuschen und habe mich unglaublich gefreut. Mein größter Hecht war gleichzeitig der größte des Cups und mein zweitgrößter reichte noch für den Bronze-Rang. Von Jesper erhielt ich zwei Umschläge mit jeweils einem Gutschein für einen Einkauf bei einem Fachhändler in Sonderborg. Beide Umschläge reichte ich jedoch weiter an zwei nette Jungangler, die dort nun nach Herzenslust shoppen können. Diese Geste haben sie sehr geschätzt.
So verhalfen mir der Twinler und die Hechtdamen, ob sie nun Renate, Hedwig oder Herta hießen, zum Sieg der diesjährigen Hecht-Premiere 2019 in Dänemark. Und in meiner Köderbox gibt es einen neuen Spitzenreiter. Es lohnt sich immer, bis zur letzten Minute zu kämpfen und auch mal Mut und Ideen für das Ungewöhnliche zu haben.
Lieber Martin, lieber Jesper, nochmals Tausend Dank für Eure Hilfe, Danke für den herrlichen Tag. 
Wir sehen uns am Wasser! 

Euer 
Guido Skorsetz
Team Quantum

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