Stachelritter im Doppelpack

Wenn, dann richtig!

Der Zander hat in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Da ich in Norddeutschland aufgewachsen bin, waren die großen norddeutschen Flüsse mit ihren angrenzenden Baggerseen eine lange Zeit mein bevorzugtes Jagdrevier. Anfänglich vom Ufer gejiggt, später dann auch mal vertikal vom Boot aus, stellte ich den gestachelten Räubern nach und erbeutete viele schöne Fische. Durch mein Studium war ich später gezwungen, Norddeutschland zu verlassen und somit auch meine geliebten Zander. Aus dem Studienort wurde mein heutiger Lebensmittelpunkt: Sieben Jahre lebe ich nun schon in Norwegen und habe den ganzen Tag über „Reviere zum Anbeißen“ vor meiner Haustür. Dank der gesamten Bandbreite der Raubfische – Hecht, Forelle, Lachs und Barsch – gibt es hier keine Monotonie.

Mein Heimweh nach den listigen Heimlichtuern konnte ich dennoch nicht ganz abstellen. Und so ergab sich vor ein paar Monaten doch tatsächlich die Möglichkeit, mein altes Revier in Norddeutschland aufzusuchen. Die Vorfreude, den Räubern am bekannten Baggersee aufs Neue nachzustellen, war groß. Wobei sich auch Zweifel unter meine Gedanken mischten, ob sich die Fischerei in den letzten Jahren möglicherweise verschlechtert hatte? Waren die früheren Fangplätze noch die richtigen? Wie hatten sich die Bestände entwickelt? Der nächste Tag brachte Gewissheit! 

Ich begann den Angeltag damit, die mir bekannten Plätze mit Gummifischen, wie dem Q-Paddler, nach meinen Zielfischen abzusuchen. Ein paar erste kleinere Zander konnte ich landen. Der ersehnte dicke Fisch blieb aber aus. Daher änderte ich meine Taktik und fischte gegen Mittag dann gezielt mit großen Ködern. Dazu montierte ich einen 25 Zentimeter Pelagic Shad in der Farbe „opening night“, welcher sich noch vorzüglich am leichten Bleikopf jiggen lässt. 

Anscheinend besaß ich eine „brennende Schnur“, denn nachdem ich einige Platzwechsel vorgenommen hatte, fuhr ein mächtiger Schlag durch meine Angelrute. Ich verwendete eine Quantum Aggressor X-Heavy Lure Rute, gepaart mit einer 40er Quantum Vapor Rolle und einer 0,20er Quantum Ultrex Schnur. Die Kopfschläge waren ziemlich verdächtig und nach einem kurzen und knackigem Drill zeigte sich an der Oberfläche mein Freund: ein traumhaft schöner, hochrückiger Zander der Neunziger-Klasse. Ich staunte nicht schlecht, wie füllig und wohlgenährt dieses Exemplar war. Die Jahre ohne mich hatten dem Kollegen auf alle Fälle gut getan. 

Eigentlich hätte bei mir jetzt die Tiefenentspannung einsetzen müssen und ich hätte die Füße hochlegen können. Aber wer kennt es nicht, die Motivation steigt bis ins Unendliche und man kann den nächsten Wurf, die nächste Absinkphase und den nächsten trockenen „Tock“, der wie Musik in meinen Ohren klingt, kaum erwarten. Zwei Stunden später war es soweit: Die Aggressor X-Heavy Lure Rute hatte erneut oberste Drehzahl und krümmte sich derart, dass sich nach ein paar satten Kopfstößen und einem mächtigen Schwall an der Oberfläche ein weiterer kapitaler Zander in meinen Kescher fallen ließ. Ein Comeback nach vielen Jahren in meiner alten Heimat brachte mir meine Stachelritter im Doppelpack, ich konnte es kaum fassen. Belohnt wurde ich mit zwei Traum-Zandern. Mit ihren 91 und 94 Zentimetern wogen die Fische unglaubliche 9,3 und 9,4 Kilo. Für mich ein unvergesslicher Tag! 

Ich wünsche Euch allen schöne Stunden am Wasser!

Beste Grüße aus Norwegen
Euer 
Timo Rosche
Team Quantum

scroll up